Familienergänzende Betreuung (FEB) - eine klare Positionierung lohnt sich

Finden wir einen Nenner, worüber die Diskussion stattfindet? Die Ausgangslage ist klar, es braucht Betreuungsangebote. Sie bringen volkswirtschaftliche Vorteile, weshalb es für den Staat interessant ist, diese Angebote zu fördern und zu finanzieren.

Seit einiger Zeit ist die familienergänzende Betreuung in der Schweiz ein thematischer Schwerpunkt der Familienpolitik. Dabei werden die folgenden sachlichen Grundlagen teilweise durcheinander gemischt, so dass sich nichts bewegt oder halbherzige Lösungen zu Tage kommen. Diese Themen sind differenziert anzuschauen, wenn die Diskussion fruchtbar sein soll.

Familienergänzende Betreuung grundsätzlich

Oft wird formuliert, dass man doch keine Kinder auf die Welt stellt, damit man sie dann wieder abgibt. Zum einen sind dies Menschen aus konservativen Kreisen, die davon ausgehen, dass die Frau eine einzige Funktion hat, nämlich diejenige des Erhalts der Spezies. Daneben gibt es diejenigen, die Arbeit als Teil der Lebensinhalte betrachten, jedoch keine berufliche Karriere anstreben. Dagegen möchten sie möglichst viel Zeit mit den eigenen Kindern verbringen, um mit ihnen eine bessere Welt zu gestalten.

Das kann richtig sein, muss aber nicht. Ich erlebe (beruflich und privat) es als bereichernd, dass die Kinder schon früh mehrere Bezugspersonen haben, denen sie vertrauen können. Ausserdem erwerben sie mit vielen Gleichaltrigen wichtige soziale und funktionale Kompetenzen. Als Eltern kann es auch schön sein, sich auf die Kinder zu freuen, statt sie ständig um sich herum zu haben. Wenn man auf die Entwicklung der Menschen vor der Industrialisierung blickt, stellt man fest, dass der Mensch in grösseren Verbänden lebte, denn es bestand eine gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit. Die wirtschaftliche Hauptarbeit leisteten die Menschen, die im gebärfähigen Alter waren. Für den Nachwuchs schauten somit Verwandte und Bekannte, grössere Kinder usw. Es ist demnach vermutlich nicht vorgesehen, dass sich nur eine Person um die Hauptarbeit der Kinderbetreuung kümmert. Dieses Funktion bieten heute Kindertagesstätten.

Es gibt wohl kein besseres oder schlechteres Modell.

Familienergänzende Betreuung ist teuer

Der Vergleich mit Nachbarländern ist ein Dauerbrenner im Zusammenhang mit den familienergänzenden Angeboten. Das stimmt, aber nur auf den ersten Blick. Ja, die Betreuung z.B. in Deutschland ist deutlich günstiger. Das Angebot wird durch die deutlich höhere Besteuerung durch den Staat getragen. Die Finanzierung durch den Staat ist so eine Sache. Die Ausgaben stehen in der Kritik. Bereiche, die gesellschaftlich gerade als dringend betrachtet werden, werden priorisiert, was zu einer Planungsunsicherheit bei den Betrieben der FEB führt. Kombiniert mit der schlechten Entlohnung des Personals, lässt sich der Qualitätsanspruch nur schwer mit staatlich finanzierten Einrichtungen und den marktwirtschaftlich geförderten Betrieben der Schweiz vergleichen. Das heisst, die Deutschen bezahlen mehr Steuern für das gesamte Staatspaket. Schweizer Familien zahlen viel weniger und können dabei selber entscheiden, welche zusätzlichen Dienstleistungen ihnen Geld wert ist.

Wenn wir ehrlich sind, ist der Unterbruch einer Karriere während der Zeit zwischen der Geburt des Kindes und dessen Schuleintritt kostspieliger als der Mehraufwand für die FEB, der in den allermeisten Fällen den Mehrertrag des Familieneinkommens über 100% unterschreitet.

Familienergänzende Betriebe sind schlecht

Ja, es gibt Betriebe, die schlecht geführt sind. Diese sind schwarze Schafe in einem Umfeld von qualitativ hochstehenden Betrieben. Da wir in der Schweiz aber nicht gebunden sind an eine Einteilung, sondern selber entscheiden, wer unsere Kinder betreut, kann man diese getrost weiter existieren lassen, denn offenbar finden auch die ein Marktsegment. Minimale Standards werden auch von diesen eingehalten, sonst greifen die Behörden ein. Vermutlich ist es für Kinder, die dorthin gehen, immer noch besser, als andere Lösungen.

Durch die Tatsache, dass sich in den Ballungszentren ein Überangebot abzeichnet, sind die Herausforderungen für die Einrichtungen gestiegen, gute Qualität und einen eigenen USP aufzuzeigen. Dies gibt Hoffnung, dass das Angebot stärker segmentiert auf verschiedene Bedürfnisse zugeschnitten wird. Es ist davon auszugehen, dass die Qualität steigt und die Kinderbetreuung insgesamt ausgezeichnet sein wird.

Philippe Anex Consulting fördert

Philippe Anex Consulting unterstützt Gemeinden, Städte und Kantone bei der strategischen Einbettung familienergänzender Angebote. Selbstverständlich begleiten wir auch Einrichtungen bei der Entwicklung ihrer eigenen Stärke und Segmentierung .

Impressum: Philippe Anex Consulting, Im Zelg 6, 4144 Arlesheim 
anex@anexberatung.com +41 79 744 49 36

Kunden sagen:

Philippe Anex Consulting half uns, die Angebotsstruktur kritisch und ohne Tabus zu hinterfragen. Auf diesem Weg sind wir zu einer Strategie gekommen, hinter welcher die grosse Mehrheit steht und klar und offen kommuniziert und verstanden wird.”