Ist Unternehmensführung Männersache?

Female Career

Stossen Frauen an der gläsernen Decke an oder fallen sie in einen gläsernen Abgrund? Was begründet in einer gleichberechtigten Gesellschaft den Mangel an weiblichen Führungskräften in Wirtschaftsunternehmen? Ist es bloss eine Frage der Zeit, dass Frauen vermehrt in Führungspositionen aufsteigen oder wird dies zu verhindern versucht?

Generell ist es in der Schweiz so, dass es keine gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Unterschiede von Mann und Frau geben darf. So sind alle an derselben Bildung beteiligt und es bestehen für Frauen und Männer dieselben Chancen, sich gesellschaftlich und politisch einzubringen. Es ist erstaunlich, dass es bei dieser Ausgangslage den Ruf nach Frauenquoten in Verwaltungsräten, Konzernleitungen und der Politik gibt. Bei einer liberalen Betrachtungsweise müsste man davon ausgehen, dass die Gesellschaft dies ohne gesetzliche Rahmenbedingungen «natürlich» regeln wird.

Tatsächlich scheinen die Fortschritte der Gleichberechtigungen in der Arbeitswelt, speziell jedoch auf oberen Führungspositionen nur schleppend voran zu kommen. Insgesamt waren 2017 35.4% der erwerbstätigen Frauen in Vorgesetztenfunktionen oder in der Unternehmensleitung, also rund 30% in Führungspositionen und 17% im obersten Kader. Zudem waren 2017 74.3% der Frauen teilzeitig beschäftigt (Pensum <90%) und rund die Hälfte (47.6%) der Frauen zwischen 25 und 64 Jahren hatten einen Hochschulabschluss (Bundesamt für Statistik, 2017).