Persönlichkeitsentwicklung in der Arbeitswelt 4.0



Die Bedeutung von persönlichen Kompetenzen in der Arbeitswelt 4.0

Es befinden sich immer mehr Menschen, Teams und Organisationen an den Grenzen ihrer Belastbarkeit. Die Frequenz, in der disruptive Innovationen auf den Markt kommen, ist heute sehr hoch. Zudem hat die durch die Digitalisierung ermöglichte Vernetzung der Welt zu einer Komplexität geführt, die noch vor Kurzem undenkbar gewesen wäre. Cloudtechnologien, künstliche Intelligenz, 3D Printing, Sensorik oder Robotik werden in vielen Branchen zu vollkommen neuartigen Produkten und Dienstleistungen führen. Bekannte Arbeitsplätze werden in großem Stil verschwinden und von Aufgaben ersetzt, die wir heute noch nicht kennen. Es ist davon auszugehen, dass 60% der heutigen Schülerinnen und Schülern Berufe und Tätigkeiten ausüben werden, die wir heute noch nicht kennen.


Freiheit und Selbstorganisation bedarf einer stabilen Persönlichkeit

Um in diesen Zeiten des Wandels nicht zum Spielball der Kräfte zu werden, braucht es eine gefestigte Persönlichkeit, auf die wir zurückgreifen, um den Überblick zu behalten. Spätestens seit der Finanzkrise 2008 wissen wir, dass VUKA (Volatilität, Unsicherheit Komplexität und Ambiguität/Ambivalenz) scheinbar Gegebenes aushebeln kann. Von aussen können wir keine Stabilität mehr erwarten. Stabilität kann nur von innen heraus, durch eine gereifte Persönlichkeit, entwickelt werden. Persönlichkeitsbildung war demnach noch nie so bedeutend wie heute! Ausserdem erlangt die Persönlichkeit im Kontext der Agilitätsbewegung eine neue Tragweite. Agile Organisationen gewähren ihren Mitarbeitern ein hohes Mass an Freiheit und gestehen ihnen Selbstorganisation zu. Im Gegenzug wird Engagement und unternehmerisches Verantwortungsbewusstsein erwartet. Beiden Anforderungen kann nur eine gereifte Persönlichkeit nachkommen, die sich wiederum durch ein hohes Mass an Selbstwahrnehmung und Selbststeuerung auszeichnet. Wer also agil und leistungsstark sein will, braucht ein stabiles Ich, dass ihn mit den dafür notwendigen Kompetenzen ausstattet und ihm gleichzeitig Selbstbewusstsein verleiht. Selbststeuerung zählt neben intrinsischer Motivation und Selbsterkenntnis zu den wesentlichen Kompetenzen eines stabilen Ichs. Gemäß Schopenhauers Ansatz, wonach ein Mensch wissen muss, was er will und kann, um Charakter zu zeigen worauf er etwas Rechtes vollbringen kann, sehe ich es sowohl für die Entwicklung der Persönlichkeit als auch für Erfüllung im Beruf als essentiell, seine Talente und Neigungen zu kennen.

Gleichermassen wesentlich für eine stabile Persönlichkeit ist Selbsterkenntnis. Nur wenn ich mir meiner Stärken und Schwächen bewusst bin, kann ich immer wiederkehrende Muster in meinem Leben verändern und funktionierende Beziehungen aufbauen. Selbsterkenntnis ist nicht nur der Nährboden für Beziehungsfähigkeit, sondern auch der erste Schritt zur persönlichen Weiterentwicklung. Denn nur wenn ich meine Muster erkannt habe, bin ich in der Lage, mein Verhalten bewusst zu steuern. Bei der Selbststeuerung handelt es sich keineswegs um das Bestreben, seine Emotionen zu unterdrücken, sondern, diesen Emotionen nicht ausgeliefert zu sein, um Entgleisungen oder emotionale Reaktionen zu vermeiden. Menschen mit einem hohen Maß an Selbstkontrolle werden als selbstsicher und authentisch wahrgenommen. Verbale Entgleisungen, vorschnelle Schuldzuweisungen und unsachliche Bemerkungen hingegen schaden der Integrität und damit auch der Vertrauenswürdigkeit. Dies gilt natürlich für jeden Arbeitnehmer aber insbesondere für Führungskräfte. Führungskräfte beeinflussen mit ihrem Verhalten das Klima und damit auch den Erfolg des Unternehmens beträchtlich. Setzen Führungskräfte einen Massstab hoher Integrität und Vertrauenswürdigkeit, schaffen sie damit auch ein Klima, in dem Machtkämpfe und interne Machenschaften wenig Nährboden finden. Solch ein Klima steigert die Produktivität und verleiht Mitarbeitern das Vertrauen, Herausforderungen anzunehmen.


Persönliche Mängel erkennen

Den meisten impulsiven Handlungen geht ein persönliches Mangelerleben voraus. Wird eines unserer Bedürfnisse zu einem grossen Teil nicht befriedigt, nehmen selbstkompetente Menschen diese Situation als Herausforderung wahr. Ihre Selbstkompetenz verhindert Überforderung und lässt sie herausfordernde Situationen ruhig und kontrolliert einschätzen. Sie akzeptieren dieses Mangelerleben und versuchen es aktiv selbst oder mit Hilfe anderer auszugleichen. Wesentlich dabei ist, dass selbstkompetente Menschen, ihre Selbststeuerung dabei in der Regel nicht verlieren. Und es ist diesen Menschen sogar möglich, in einen Ideal-Zustand des Flows zu kommen und damit eine Spirale ins Positive freizusetzen.

Anders auf ein Mangelerleben reagieren Menschen, denen diese Selbstkompetenz fehlt. Auch sie nehmen den Mangel wahr, wenngleich auch eher indirekt als direkt. Sie sind nicht im gleichen Masse in der Lage, ihre Gefühle einem Mangelerlebnis bzw. einem unbefriedigten Bedürfnis zuzuordnen. Stattdessen verspüren sie eine allgemeine Überforderung und reagieren mit Flucht, Abwehr und Verteidigung, Angriff, Erstarren, Unterwerfung, Dominanz oder Imponieren. All diese Reaktionen sind in den meisten Fällen wenig förderlich — weder dafür, um das eigene Mangelerleben zu erkennen und auszugleichen, noch dafür, ein wohlwollendes Miteinander aufrecht zu erhalten vielmehr ist das Ergebnis verlorener Ich-Steuerung eine Ohnmacht und Überforderung, die zumeist von Kränkungen, Frustration, offenem Konflikt oder völliger Aufgabe gekennzeichnet ist.


Reflexion im Coaching

Die Herausforderungen, die die VUKA-Welt und die Digitalisierung mit sich bringen, erhöhen nicht nur die Notwendigkeit nach Selbstkompetenz. sondern auch die Dringlichkeit der Weiterentwicklung dieser. Die damit zusammenhängende Selbstreflexion ist ein zentrales Element eines Coachings und Leadership-Seminaren und zentrale Elemente der Organisationsentwicklung. Für weitere Informationen stehe ich gerne zur Verfügung: www.anexberatung.com.

Impressum: Philippe Anex Consulting, Im Zelg 6, 4144 Arlesheim 
anex@anexberatung.com +41 79 744 49 36

Kunden sagen:

Philippe Anex Consulting half uns, die Angebotsstruktur kritisch und ohne Tabus zu hinterfragen. Auf diesem Weg sind wir zu einer Strategie gekommen, hinter welcher die grosse Mehrheit steht und klar und offen kommuniziert und verstanden wird.”