Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der FEB Finanzierung

January 25, 2019

Der Frage, ob und wie die öffentliche Hand finanzielle Unterstützung für die familienergänzenden Betreuungsangebote erbringen soll, bin ich im Rahmen meiner Masterarbeit zum MBA an der FHNW nachgegangen. Die Thematik ist sowohl aus betriebs- wie auch volkswirtschaftlicher Perspektive interessant. Dieser Blog betrachtet die Rahmenfragen und deren Beantwortung nach Analyse der Literatur, Befragungen von Betrieben und Stakeholdern aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Trägerschaften. 

 

Welchen Nutzen hat die Unterstützung der familienergänzenden Kinder­betreu­ung mittels öffentlicher Gelder durch den Kanton Basel-Landschaft für die Allge­meinheit?

Zusammenfassend aus Literatur und Befragungen dient die Unterstützung mittels öffent­licher Gelder dem Fortbestand der FEB bei einer steigenden Nachfrage. Durch diese Unter­stützung können die gesetzlichen Rahmenbedingungen festgelegt und durchgesetzt werden. Nur wenn eine stabile Basis an Angeboten der FEB besteht, kann die Verein­barkeit von Familie und Beruf im Kanton Basel-Landschaft gefördert werden. Eltern werden die Angebote mehr nutzen, um damit ihr berufliches Poten­zial in der Wirtschaft einzusetzen.

 

Welche Unterstützung durch die öffentliche Hand ist politisch mehrheitsfähig?

Die Antwort auf diese Fragestellung wird sich ergeben, wenn die Kommunikation unter den verschiedenen Stakeholdern stattfindet. Durch eine gemeinsame Haltung von Politik, Wirtschaft, Gemeinden und Regierung wird eine mehrheitsfähige Lösung herbeigeführt werden können.

 

Welche finanziellen Rahmenbedingungen sind aus Sicht der Anbieter sinnvoll?

Wie aus der Umfrage bei den befragten Einrichtungen und Organisationen ersichtlich wird, brauchen die Einrichtungen eine generelle Anerkennung der Kosten, die zur Erbrin­gung der FEB entstehen. Das heisst, die Erträge müssen kostendeckend sein. Damit die Kosten nicht vollständig von den Eltern bezahlt werden müssen, soll es für Anbieter direkte finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand oder von anderen Geldgebern geben, die für alle Eltern eine finanzielle Entlastung bringt. Dies können Sockel­beiträge oder zur Verfügung gestellte Infrastruktur oder Dienstleistungen sein.

 

Welche marktwirtschaftlichen Vorteile werden durch die familienergänzende Kinder­betreuung geschaffen? Wie lassen sich diese beziffern?

Die Unterstützung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf dient Eltern, damit diese ihre berufliche Tätigkeit weiterführen können. Dadurch bleiben dem Arbeitsmarkt wichtige Fachkräfte erhalten, die sich ansonsten der Kinderbetreuung widmen würden. Insgesamt ist davon auszugehen, dass dadurch mehr Einkommen bei der Bevölkerung generiert wird, was zu mehr Steuereinnahmen führt.

 

Welcher gesellschaftliche Nutzen entsteht durch die familienergänzende Kinder­betreuung und dient darum der Allgemeinheit?

Kinder werden durch FEB-Angebote integriert. Sie lernen früh soziale Kompetenzen und Eigen-ständigkeit und können dadurch ihre persönliche Resilienz stärken. Die Förderung der Berufs-tätigkeit von Eltern, insbesondere der Frauen, ist ein zentraler Nutzen. Damit Eltern eine befriedigende und den Bildungskompetenzen entsprechende Aufgabe im Berufsleben ein-nehmen können, brauchen sie die Sicherheit, dass ihre Kinder gut betreut sind während ihrer erwerbsbedingten Abwesenheit.

 

Durch die FEB-Angebote können z.B. Alleinerziehende eine berufliche Laufbahn verfol­gen und so die Gefahr der Armut vermeiden.

 

Welche Finanzierungsmodelle sind für Eltern, Wirtschaft, KMU und öffentliche Hand sinn­voll und tragbar?

Die Unterstützung der Eltern mittels Subjektfinanzierung ist im Vorschulbereich Favorit. Im schulergänzenden Bereich sind eine Mischfinanzierung oder eine klare Objekt­finan­zierung jedoch aufgrund der er­gän­zenden Tagesstruktur im Schulalltag notwendig, wenn das Risiko reduziert werden soll, dass es plötzlich zu wenig oder nur qualitativ unbefrie­digende Angebote gibt.

 

Weiter stellt sich heraus, dass es für die Familien mit kleinem bis mittlerem Einkommen kaum eine Rolle spielt, ob es eine Objekt- oder eine Subjektfinanzierung gibt. Für diese Einkommens-klassen ist die Notwendigkeit der Unterstützung unbestritten. Der Pluspunkt einer Subjekt-finanzierung ist die freie Wahl der Betreuungseinrichtung. Dies ist, mit Aus­nahme jener, die ohnehin die ganzen Kosten tragen, für alle ein zentrales und meist­ge­nanntes Argument für die Subjektfinanzierung.

 

 

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